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Der Morbus Dupuytren ist eine Erkrankung der Aponeurose der Handfläche, wobei es zu einer vermehrten Bindegewebsbildung (Fibrose) aus bislang nicht vollständig bekannten Gründen kommt. Der Morbus Ledderhose ist das sehr viel seltener anzutreffende Äquivalent an der Fußsohle. Auch der Penis kann, isoliert oder in Kombination mit den anderen Lokalisationen, betroffen sein als Morbus Peyronie (Induratia penis plastica IPP).

Der Morbus Dupuytren der Hand beginnt häufig mit einer Knotenbildung in der Hand, typischerweise über dem vierten Mittelhandstrahl in der Handfläche, gefolgt vom fünften Strahl. Die Knotenbildung kann mitunter Schmerzen beim Gebrauch der Hand verursachen beispielsweise bei Schaltvorgängen beim Autofahren oder auch beim Golfspiel.

Der Morbus Ledderhose der Fußsohle tritt für gewöhnlich ebenfalls in Form einer Knotenbildung typischerweise im Hohlfussbereich auf. Eine Fehlstellung der Zehen durch Stränge wäre ungewöhnlich dabei.

Der Morbus Peyronie (Induratia penis plastica IPP) des Penis tritt in Knotenform mit etwaigen schmerzhaften Erektionsschwierigkeiten und einer Penisdeviation auf. 

Alle drei genannten Erkrankungen liegt eine sogenannte Fibromatose zugrunde, die auch als gutartiger Tumor klassifiziert werden kann.

Diagnose
Erkrankungen mit gesteigerter Fibroseneigung werden anhand der typischen klinischen Symptome (initial Knotenbildung, ggf. später Strangbildung) an der Handfläche (Morbus Dupuytren) bzw. an der Fußsohle (Morbus Ledderhose) oder auch des Penis (Morbus Peyronie) diagnostiziert. Die Sonographie kann bei der Einordnung der Raumforderung helfen.

Typischerweise sind Männer jenseits des 50. Lebensjahres insbesondere norddeutscher Herkunft vom Morbus Dupuytren betroffen.

Therapie des Morbus Dupuytren

Die Therapieempfehlung beim Morbus Dupuytren ist stadienabhängig.

Bei tastbaren Knoten in der Hand, seien Sie schmerzhaft oder nicht, empfiehlt sich die Strahlentherapie und die fokussierte hochenergetische Stosswellentherapie . Wir konnten zeigen, dass die die Schmerzen nach dieser fokussierten hochenergetischen Stosswellentherapie signifikant um 60% nach sechs Monaten nach Behandlung zurückgeht.

Hier finden Sie die positiven Zwischenergebnisse der Stosswellenstudie bei M. Dupuytren.

Wenn die Knotenbildung in eine Strangbildung übergeht und die Langfinger durch die Beugekontraktur nicht mehr flach auf einen Tisch platzierbar sind so ist prinzipiell die Indikation zu einer operativen selektiven Entfernung dieser Stränge im Sinne einer selektiven Fasziektomie gegeben. Die Lebensqualität haben wir zwei Jahre nach Operation untersucht und festgestellt, dass die Mehrzahl der Patienten zufrieden und sehr zufrieden sind (mehr dazu hier).

Kollagenaseinjektion mit Xiapex bei M. Dupuytren

Alternativ zur Operation können auch weniger invasive Verfahren für ausgewählte Patienten sehr geeignet erscheinen. Eine hochinteressante Alternative stellt die enzymatische Fasziotomie durch Kollagenaseinjektion  dar. Der Ablauf ist zweistufig:

  • Kollagenaseinjektion in den Dupuytrenstrang ambulant in örtlicher Betäubung
  • am Folgetag (12-24h später) manuelles Aufdehnen des injizierten Strangs in örtlicher Betäubung ("Cord breaking")

24h nach Injektion ist die Reißfestigkeit eines Dupuytrenstrangs um mehr als 90% reduziert, so dass dann durch ein manuelles Aufdehnen des Strangs ("Cord breaking") der Strang enzymatisch und manuell lösen kann. Schwellungen wie auch kleine Hautläsionen können auftreten. Die Lebensqualität verbessert sich innerhalb weniger Tage jedoch nachhaltig durch die Kollagenaseinjektion.

Hier finden Sie den Link zur Untersuchung zur Verbesserung der Lebensqualität nach Kollagenaseinjektion.

 

Therapie des Morbus Ledderhose

Durch das sehr viel seltenere Auftreten des Morbus Ledderhose (ich schätze ca. 20-fach seltener als der Morbus Dupuytren) sind die Therapievorschläge bei dieser Fibromatose der Fußsohle noch weniger gut untersucht. Die operative Knoten- und Strangentfernung wie auch die Bestrahlung der Fußsohle sind beschrieben, jedoch sind beide Methoden mit häufigen Rezidiven und potentiellen Komplikationen wie Wundheilungsstörungen besetzt.

Eine interessante Alternative ist die fokussierte hochenergetische Stosswellentherapie darstellen. Insbesondere die Schmerzhaftigkeit von LedderhoseKnoten der Fußsohle kann nachhaltig und unmittelbar durch die fokussierte hochenergetische Stosswellentherapie verbessert werden.

Gerade haben wir einen Bericht zu dieser Behandlungsform veröffentlicht abrufbar an dieser Stelle

Therapie bei Morbus Peyronie

Der Morbus Peyronie betrifft als Induration penis plastica den Penis. Durch Fibroseansammlungen insbesondere an der Rückseite des Penis kann es zu einer schmerzhaften Verkrümmung des Penis und zu einer deutlichen Einschränkung des Lebensqualität des betroffenen Patienten führen.

In Analogie zum Morbus Dupuytren der Hohlhand und dem Morbus Ledderhose der Fußsohle ist beim Morbus Peyronie ebenfalls eine Fibromatose, also eine überschießende Bindegewebsbildung an unerwünschter Stelle die Ursache.

Therapeutisch kann die fokussierte Stosswellentherapie die Schmerzen lindern und die Penisdeviation reduzieren. 

Ausgewählte Literatur zur Stosswellentherapie bei M. Peyronie:

  • Gruenwald I et al. J Sex Med 2012;9(1):259-64.
  • Knobloch K et al. Med Hypotheses 2011;76(5):635-7.
  • De Berardinis E et al. Arch Ital Urol Androl 2010;82(2):128-33.
  • Müller A et al. Eur Urol 2008;53(3):635-42.